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Sensationell?



Christopher  Street  Days  (CSDs)  2008  in  Deutschland – noch eine Sensation?  Lesben, Schwule, Bis  und  Trans* auf den Straßen – brauchen wir die  Christopher  Street Days mit  ihren bunten Demonstrationen überhaupt noch, oder ist die Toleranz nicht schon längst in der Gesellschaft verankert?
Nein, leider nicht! Unsere Coming Outs SIND oft noch eine Sensation. Trotz Klaus Wowereit und Ole von Beust, Anne Will  und Ulrike Folkerts sind Vorurteile  und  Ablehnung verbreitet. Gerade auch in den eher ländlicheren Gebieten – und davon haben wir rund um Braunschweig jede Menge.
Für den Klimawandel in der Region.
Deswegen sagen wir vom Sommerlochfestival: Lasst uns selbstbewusst und bunt für die Vielfalt sexueller Orientierung demonstrieren und dazu beitragen, dass Lesben, Bis, Trans* und Schwule in unserer Stadt und unserer Region nicht zu Sensationen erklärt werden. Sondern dass jeder Mensch mit seinen  Eigenschaften und seiner sexuellen Orientierung als sensationelle Bereicherung wahrgenommen wird. Bis, Lesben, Schwule und Trans* sind sensationell selbstbewusst – das Sommerlochfestival 2008 steht dafür.

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Wie die CSD-Geschichte in der Christopher Street begann



Christopher Street Days finden alljährlich und zumeist im Sommer statt. Warum? Weil es da warm genug ist, für besonders wenig Bekleidung? Mitnichten! Die Anfänge der heutzutage friedlichen und fröhlichen Demonstrationen waren gewalttätig: In einer Freitagnacht Ende Juni 1969 werden die Gäste – Schwule, Lesben und Transvestiten – in der New Yorker Bar „Stonewall Inn“ (die in der Christopher Street liegt) Opfer einer Polizeirazzia. Obwohl die Bar bereits seit zwei Jahren in Betrieb ist, sollen angeblich nicht alle Lizenzen vorliegen und die Bar bis auf weiteres geschlossen werden. Die Gäste werden von der Polizei auf die Straße geführt, wo die Situation eskaliert, als einzelne Polizeibeamte (wie seit Jahren üblich) willkürliche Verhaftungen vornehmen. Das Erdulden der Diskriminierung und Unterdrückung Anderslebender fndet in dieser Nacht ein Ende: Scheiben gehen zu Bruch, Polizeifahrzeuge werden demoliert und Polizisten mit Pferdeäpfeln beworfen.

Am Ende geht die Bar in Flammen auf, offziell sind vier Polizisten verletzt und 13 Personen festgenommen worden. Ein neues Selbstbewusstsein (Pride = Stolz) in der transschwulesbischen Community entsteht. Es folgen jahrelange politische Kämpfe und Demonstrationen, insbesondere rund um den Jahrestag der Stonewall Inn-Riots. Gesetze werden endlich geändert und die Gesellschaft wandelt sich allmählich – allerdings auch mit aktuellen rückwärts gerichteten Tendenzen, wie das störrische Festhalten an „Hetero-Ehe“-Steuerprivilegien in Deutschland oder Heiratsverbote für Homosexuelle in den USA, zahlreiche Reden des Papstes oder Gewalt gegen Lesben und Schwule in Osteuropa (inklusive neuer EU-Länder!) zeigen.