Christopher Street Days finden alljährlich und zumeist im Sommer statt. Warum? Weil es da warm genug ist, für besonders wenig Bekleidung? Mitnichten! Die Anfänge der heutzutage friedlichen und fröhlichen Demonstrationen waren gewalttätig: In einer Freitagnacht Ende Juni 1969 werden die Gäste – Schwule, Lesben und Transvestiten – in der New Yorker Bar „Stonewall Inn“ (die in der Christopher Street liegt) Opfer einer Polizeirazzia. Obwohl die Bar bereits seit zwei Jahren in Betrieb ist, sollen angeblich nicht alle Lizenzen vorliegen und die Bar bis auf weiteres geschlossen werden. Die Gäste werden von der Polizei auf die Straße geführt, wo die Situation eskaliert, als einzelne Polizeibeamte (wie seit Jahren üblich) willkürliche Verhaftungen vornehmen. Das Erdulden der Diskriminierung und Unterdrückung Anderslebender fndet in dieser Nacht ein Ende: Scheiben gehen zu Bruch, Polizeifahrzeuge werden demoliert und Polizisten mit Pferdeäpfeln beworfen.
Am Ende geht die Bar in Flammen auf, offziell sind vier Polizisten verletzt und 13 Personen festgenommen worden. Ein neues Selbstbewusstsein (Pride = Stolz) in der transschwulesbischen Community entsteht. Es folgen jahrelange politische Kämpfe und Demonstrationen, insbesondere rund um den Jahrestag der Stonewall Inn-Riots. Gesetze werden endlich geändert und die Gesellschaft wandelt sich allmählich – allerdings auch mit aktuellen rückwärts gerichteten Tendenzen, wie das störrische Festhalten an „Hetero-Ehe“-Steuerprivilegien in Deutschland oder Heiratsverbote für Homosexuelle in den USA, zahlreiche Reden des Papstes oder Gewalt gegen Lesben und Schwule in Osteuropa (inklusive neuer EU-Länder!) zeigen.